Aber wir können doch wenigstens in Kontakt bleiben oder etwa nicht? Wenn es irgendwas gibt, womit ich dich verägert habe oder weswegen du nichts mehr mit mir zutun haben willst, dann sag es mir bitte. Warum reagierst du auf keinen meiner Versuche dich zu erreichen? Sorry, ich bin jetzt nicht sauer, sondern nur traurig, ich dachte die ganze Zeit dir sei was passiert und ich würd nie wieder was von dir hören. Ich bitte dich aufrichtig, wenn es da was gibt, dann sag es mir bitte.
"Danke ich passe. Was nicht unbedingt sein muss, muss nicht sein. Aber wenn du mir den Drachen auch noch vor ihr stellst, nehme ich es mit den Drachen auch noch auf", sagte ich und erhob mich wieder langsam. Da ich Timos Laune anscheinend zu sehr strapaziert hatte, beließ ich es dabei. "Bis bald mein geliebter Stern", verabschiedete ich mich etwas knapp von Starlet und warf ihr nur einen Luftkuss zu, ehe ich lieber schnell verschwand. Unter anderen Umständen hätte ich mich ja mit einen richtigen Handkuss verabschiedet, aber dazu musste Timo besser gelaunt und kein Wolf in der Nähe sein.
Ich biss die Zähne zusammen als ich plötzlich umgerissen wurde, wollte nämlich keinen Laut von mir geben. Auf den Boden liegend, blinzelte ich zu den Wolf. Genervt grummelte ich. Genervt über meine eigene Dummheit. Natürlich war nicht nur ihr Vater dabei, obwohl der als Wachhund wirklich ausreichte. "Da kommt man ja an eine Jungfrau eingesperrt in einen hohen Turm und als Wächter leichter ran", murmelte ich und blickte von den Wolf, zu Starlet und dann zu dem Schneeberg wo ich Vater drinne war und gleich vermutlich so sauer rauskommt wie ein wütender Drache.
Neugierig beobachtete ich Timo und seinen Begleiter oder Begleiterin, erkennen konnte ich es nicht. Erst als ich die Stimme gedämpft wegen den Klamotten, hörte, lächelte ich. So lang war es her, dass ich Starlet das letzte mal gesehen habe, dass ich dieses Treffen nicht einfach so verstreichen lassen konnte. Müdigkeit und Kälte hin oder her. Ich schlich mich über den dicken Ast, ehe ich einmal kräftig auf trat, damit der Schnee auf den Boden landete. Nicht unbedingt die feine Elfenart, ihren Vater unter einer Last von Schnee zu begraben, aber ich wollte nur ein par Sekunden ohne ihn. Schnell sprang ich vom Baum runter und landete vor Starlet. Obwohl ich die gleichen engen und waldfarbenen Klamotten trug wie sonst auch, mochte mein Anblick doch auf den ersten Blick befremdlich erscheinen. Zum einen bildete ein Rentierfell mein schweren Umhang, während ein zweites, rötliches und schmales Fell um meine Hüfte geschlungen war. Ich schob meine Kapuze zurück und richtete mich auf. "Guten Abend mein geliebter Stern", begrüßte ich sie charmant wie immer, lächelte natürlich kokett.
Erst als ein stechender Schmerz durch meine Lenden fuhr, öffnete ich meine Augen und zog die Hand von den Stamm. Abrupt stand ich auf und klopfte mir den Schnee vom Hintern. Kein Wunder, dass dieser schon schmerzte. Hatte ich mich doch hingesetzt als es noch hell war. Ich fuhr mit der nackten hand durch meine Haare und schüttelte den Schnee ab. Durch ein auf und ab bewegen der Beine versuchte ich wieder wärmer zu werden. Dabei fühlte ich mich nicht nur völlig kraftlos, sondern auch so müde, dass ich sofort hier einschlafen könnte. 'Ich sollte es beim nächsten mal nicht so sehr übertreiben', fuhr es mir durch den Kopf. Als ich aber hochblickte und schon fast ein fertiges Haus, jedoch ohne Dach, sah war ich stolz. Nicht mehr lange und ich wäre fertig. Obwohl es hell genug war in den Schnee bedeckten Wald, waren es meine Ohren die Timo als erstes wahrnahmen. Hastig zog ich mich an einen Ast hoch und kroch in die Baumkrone. Fehlte mir auch noch, dass ich den Vogelmenschen bei schlechter Laune erwischen würde. Allerdings veranlasste mich die zweite Aura in seine Richtung zu spähen.
Ich war mir ganz sicher, dass das Absicht von dem Heiler war, dass er mir erst so spät bescheid gegeben hatte. 'Würd mich nicht wundern, wenn er vorher den Wetterbericht gesehen hätte', dachte ich mürrisch und rieb meine kalten Hände, ehe ich diese wieder an den Baum legte und meine Augen schloss. Leise vor mich hinmurmelnd saß ich auf den Boden und konzentrierte mich darauf das Geäst weiter wachsen zu lassen. Nur mühselig krochen die feinen Astgabeln ineinander und verschlangen sich zu einer Wand. Ich wollte kein Haus bauen, was einfach auf den Baum draufgesetzt war, es sollte eins mit ihm werden. Zwar kostete mich das meine Kraft, aber zur Zeit tat ich eh nicht viel.
Ich musste einfach grinsen. "Die finde ich schon", antwortete ich und drehte mich um. "Einen schönen Abend noch und ich freue mich darauf bald von ihnen zu hören", verabschiedete ich mich, bevor ich die Wohnung verließ. Leise schloss ich hinter mir die Wohnungstür und sah kurz links und rechts den Flur runter.
"Sonst gibt es nichts. Außer das ich dann halt gern schnell bescheid bekommen würde. Bevor der erste Schnee fällt hätte ich gern das Haus schon fertig. Im Grunde stört das nicht wenn ich das mit Magie mache, aber es ist das ungünstig", antwortete ich und stand auf da ich dachte er wollte mich jetzt los werden. "Oh und noch etwas. Sie sehen Starlet bestimmt früher als ich, richten sie ihr von mir schöne Grüße aus und das ich mich sehr freuen würde sie wieder zu sehen". ich konnte es eben doch nicht sein lassen.
Ich musste einfach schmunzeln. "Verstehe, da kommt der Elf in ihnen durch. Ob es ihnen passt oder nicht, aber sie sind sicherlich mehr Elf als ich, zumindest was die Einstellung betrifft. Aber ich verstehe ihre Beweggründe. Wenn ich hier nicht jagen darf, lassen sie mir aber wenigstens die Erlaubniss aus anderen Jagdgebieten hier zu...", ich machte eine Pause und suchte ein harmloses Wort für Beor. "Um die Beute dann hier zu verarbeiten. Natürlich nicht in der Schule, im Wald".
"Wenn ich dabei dann ein wenig mitwirken kann wäre es gut, aber ich kann warten. Nur erweitert haben möchte ich es nicht, ich möchte das Putzen ganz lassen. Ich denke ihr alle habt mich für eure Genugtuung lang genug die Sanitäreinlagen schrubben sehen", sagte ich, grinste bei dem letzten Satz ein wenig frech. "Falls ihr vorhabt den Vertrag als Förster laufen zu lassen, würde ich trotzdem gerne das Jagdrecht haben. Für mich gehört es dazu, natürliche Selektion hin oder her, dies ist eine Schule, hier werden auch kranke, alte und verletze Tiere durchgefüttert und sei es aus Mitleid von den Schülern".
"Verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte auf keinen Fall unterrichten oder eine andere sehr wichtige Rolle hier haben. Sie und einige ihrer Familie sehen mich hier gar nicht gerne, was würden sie also davon halten mich tatsächlich aus ihren täglichen Blickfeld zu bekommen? Ich weiß das der Hausmeister sich nur um die Gartenanlagen zu kümmern hat und sich ihr Lehrer Aton um die Tiere kümmert. Aber darüber hinaus haben sie ein großes Grundstück mit einem Wald der erwirtschaftet werden muss. Geben sie mir die Aufgabe des Försters, Jägers oder wie immer sie es nennen wollen", antwortete ich und nannte Beor somit auch gleich die Vorteile für diesen Wechsel. "Und die Wohnung bräuchte ich dann auch nur für einige Tage noch, danach würde ich selbstverständlich im Wald wohnen".
"Um meinen jetzigen Job", antwortete ich direkt und sah ihn an. "Sie wissen genauso gut wie ich, dass Hausmeister für mich nicht eine Langfristige Lösung ist".
"Weil sie am arbeiten sind. Mittlerweile ist auch mir schon bekannt das sie ein workaholic sind", stellte ich leicht grinsend fest. erst als er zur Seite trat, bedankte ich mich mit einem leichten Kopfnicken und folgte seiner Wegbeschreibung. Mich gleich setzend, sah ich in seine Richtung. "Ich halt es auch so kurz wie möglich".
"Guten Abend", grüßte ich zurück ind begegnete Beors Blick. "Mir ist klar, dass ich störe, hätten sie trotzdem ein par Minuten Zeit?", fragte ich. Dass ich störte war klar und hatte auch nichts damit zu tun, dass er mich nicht sonderlich gern sah.
Mir war durchaus bewusst, dass ich wohl einer der penetrantesten Angestellten hier in der Schule war und das dies dadurch verstärkt wurde, dass man mir gegenüber voreingenommen war, trotzdem gab ich nichts auf, was ich mir in den Kopf gesetzt habe. Den Job des Hausmeisters hatte ich aus zwei Gründen angenommen und akzeptiert. Zum einen weil mir bis dahin noch nicht bewusst war, weswegen sich einige aus Beors Familie mir gegenüber so distanziert verhielten, aber der wichtigere Grund war, dass ich bereit dazu war um zu zeigen, dass es mir ernst war. Aber auch nach 3 Monaten musste es mal gut gewesen sein. Ich hob meine Hand und klopfte an der Wohnungstür zu Beors Wohnung.
Schmunzelnd sah ich den Vogelmenschen nach. Natürlich gefiel es ihm nicht, ich war nicht nur arrogant, sondern auch noch ein Schürzenjäger von der wirklich schlimmen Sorte. Und mir war klar, dass er dies auch wusste, zumindest hatte er sicher seine Informationen über mich. Ich fragte mich nur was ihn so wütend machte. Die Tatsache, dass ich ihn unverblühmt die Wahrheit sagte, worüber er eigentlich froh sein sollte, oder ob es die Tatsache ist, dass ich doch mehr Eigenschaften von anderen seiner Familienmitglieder hatte als ihm lieb war.
"Ich bin froh, dass ich in der Zeit, die ich hier schon verbracht habe, die Bedeutung von rethorischen Fragen kennen zu lernen", sagte ich als er mich nach einen Schlüssel für die Wohnung fragte. Trotzdem musste ich darauf antworten. "Aber wenn du schon so fragst, sehr gerne, ich würde mich freuen". Grinsend sah ich Timo an. Als er mich aber nach meiner Neigung fragte, verblasste mein Lächeln ein wenig. Aber nicht völlig. "Es stimmt, ich bin bi. Was es damit auf sich hat? Naja, du hälst mich ja eh schon für verrückt und es passt ja auch dazu, dass ich um deine Tochter werbe. Irgendwie habe ich die Angewohnheit mich an Vergebene ran zu machen. Jetzt nehmen wir meine Zuneigung für Starlet mal raus und reden nur über kurze Bekanntschaften. Es hat für mich immer ein gewissen Reiz gehabt mit Paaren ins Bett zu gehen, ob nun einzeln und im Unwissen des anderen Partners, oder mit beiden zusammen. Singles fand ich langweilig. Willst du noch was wissen?".
"Oh, wenn du glaubst, dass mich zwei Jahre oder ein par mehr umbringen würden, kennst du mich falsch. Natürlich lasse ich ihr die Zeit, das habe ich Starlet auch schon versprochen. Ich werde nichts machen, was über das Erlaubte hinweg geht. Sie ist 16, das ist mir durchaus schon bewusst", sagte ich und zwinkerte Timo zu, schließlich hatte er zu mir gesagt sie sei 15. "Und da ich genug Zeit hatte, habe ich mich natürlich schon schlau gemacht. Gut, für intime Zärtlichkeiten müsste ich warten, aber ein Kuss ist bei weitem nicht strafbar und Zeit mit ihr verbringen auch nicht", sagte ich schmunzelnd und zog meine Hand wieder zurück, nachdem ich Timos schütteln konnte. Nur weil er es war, hielt ich mich ein wenig zurück was meine Direktheit betraf. Er war ihr Vater, da sollte ich schon aufpassen was ich sagte. "Und auch wenn es dir nicht passt, ich weiß das ich deiner Tochter nicht egal bin. Ich weiß noch nicht genau wie sie zu mir steht, welches Interesse sie an mir hat. Aber irgendein Interesse ist vorhanden und das werde ich natürlich dazu nutzen sie davon zu überzeugen, dass ich der Richtige für sie bin. Du würdest es bestimmt nicht anders machen", sagte ich und hob lieber gleich meine Hände um ihn an einer vorschnellen Antwort zu hindern. "Und sei dir gewiss, ich mag zwar deine Familie bedroht haben, aber im Gegensatz zu fast allen jungen Männern in deiner Welt, also den Menschen, weiß ich was sich gehört und wie man eine Frau zu behandeln hat. Du kannst sie getrost mit mir alleine lassen".
"Es wäre unhöflich von mir darauf zu antworten. Ich kann dir aber soviel sagen, dass derjenige oder diejenige alles richtig gemacht hat und der Königin so gegenübersteht wie du, oder dein Vater, dein Onkel, wie wohl jeder Elf hier", antwortete ich ausweichend. Natürlich würde ich dies nicht verraten. Ich richtete meinen Blick wieder auf Timo und legte den Kopf ein wenig zur Seite. Ich wusste, dass ich, wie wohl fast jeder meiner Art, arrogant wirkte. Und diese kleine Geste, den Kopf zu neigen, nahm doch sehr viel meiner Überheblichkeit. Schließlich hatte ich dies oft genug vor dem Spiegel geübt. "weißt du, ich glaub du würdest mich auch dann nicht mögen, wenn ich deine Familie niemals erpresst hätte. Grundlegend wäre da schonmal, dass ich um die Gunst deiner Tochter werbe. Du bist ihr Vater, wenn es nach dir gehen würde, würde sie immer dein kleines Mädchen bleiben. Ich habe keine Kinder, aber oft genug mitbekommen das Väter ein sehr großes Problem bei ihren Töchtern damit haben", begann ich und musste unwillkürlich an Kai denken. Der war genauso wie Timo ein Paradebeispiel was das betraf. "Naja", fuhr ich fort und sah wieder nach vorne. "Und dann wäre da noch die Tatsache, dass ich durch und durch ein Elf bin. Ich habe so lange am Hofe verbracht und in unmittelbarer Nähe der Königin, dass vieles von ihr auf mich abgefärbt hat. Ihre Leibwache kann da wohl ein Lied von singen. Man kann es also drehen und wenden wie man will, wenn man das alles logisch betrachtet, stehen die Vorraussetzungen für eine Freundschaft so schlecht, dass man es gar nicht versuchen muss, es wäre Energieverschwendung", sagte ich offen und blieb stehen. "Aber das hat nichts mit Logik zu tun, sie endet da wo Gefühle beginnen und die sind, so gering sie auch sein mögen, in jeder zwischenmenschlichen Beziehung". Ich streckte Timo meine Hand hin und sah ihn an. "Ich kann mich nicht für das gesagte entschuldigen weil ich in meinen Augen das Richtige getan habe. So habe ich es gelernt aber für einen Elfen bin ich jung und somit lernfähig. Ich kann alte Verhaltensmuster ablegen und so wie ein Teil deiner Familie fast normal werden. Die Frage ist nur die, ob du bereit bist mir diese Chance zu geben. Ich kenne nicht Starlets aktuellen Freund und auch wenn es bei euch Menschen verpönt ist um die Gunst einer vergebenen Frau zu werben so kann ich dir von meiner Seite aus versichern, dass ich ihr all das bieten wollen würde, was sie verdient".